Warum sind Geschichten so wichtig?

Bereits Jahrtausende bevor es Schrift und Medien gab, haben wir uns am Feuer unsere Geschichten erzählt.

Für das Gehirn sind spannende und persönliche Geschichten so echt wie eine reale Erfahrung. So können wir die Welt kennenlernen und uns weiterentwickeln, ohne jede einzelne Erfahrung selbst wiederholen zu müssen.

Deswegen reizen uns besonders persönliche Geschichten, wo jemand seine Komfortzone verlässt, eine neue Welt betritt, starke Gegenkräfte und Ängste überwindet und letztendlich den Preis für seine Mühen erhält.

Unsere wichtigsten Geschichten, Ziele und Werte werden uns von unseren Bezugspersonen, Mentoren, Freunden, Medien (inkl. Werbung) weitergegeben und sind das Fundament dafür, wie wir unsere Welt sehen und erleben.

Emotionen und Fakten

Warum haben gute Geschichten einen so starken Eindruck auf uns und warum reicht es nicht aus, einfach mit den nackten Fakten zu argumentieren?

Vereinfacht gesagt haben wir zwei unabhängige Gehirne. Ein unglaublich schnelles, reizorientiertes Gehirn (Reptiliengehirn) - in Millisekunden sucht dieser Teil ständig nach überlebenswichtigen Mustern und starken Emotionen und bereitet den Körper mit der Ausschüttung von Botenstoffen auf das sofortige Handeln vor.

Zum Beispiel entscheidet dieser Teil des Gehirns intuitiv, ob wir gerade einen Stock oder eine gefährliche Schlange neben uns erkennen.

Dagegen ist unser rationales Gehirn, das Fakten und Daten interpretiert, extrem langsam und benötigt erst gute Argumente vom Reptiliengehirn, um sich wirklich Mühe zu geben.

So ist z. B. der Klimawandel insgesamt zwar bedrohlich, aber als visueller Reiz für diesen Teil des Gehirns nicht gerade eindrucksvoll.

1
Reptiliengehirn
  • Extrem schnell
  • Suche nach Mustern
  • Erfassen von Gefahren und starken Reizen
  • Vorbereitung des Körpers auf direkte Reaktion
999.999
Rationales Gehirn
  • Sehr, sehr langsam
  • Analysiert Details und gleicht mit eigenen Erfahrungen ab
  • Sucht rationale Erklärungen für die Reaktion des Reptiliengehirns

Richtig gute Geschichten nutzen deswegen bekannte Muster, reizen uns mit Emotionen und bringen uns so dazu wirklich mitzudenken, eigene Schlüsse zu ziehen und uns persönlich zu engagieren.



Heldengeschichten


Über die Entwicklung des Helden und seiner Reise können neue Werte erlebbar gemacht werden. Der Held hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder gewandelt, um neuen Herausforderungen zu begegnen und entstehende Chancen zu nutzen.


Krieger & Jäger in der Steinzeit

Der Held erforschte neues Land, ging auf die Jagd, schützte seine Sippe vor Angriffen von Außen. Macht und Besitz waren eine Möglichkeit, für sich und Andere Sicherheit zu schaffen. Dazu nutzte er die natürlichen Ressourcen und hatte dennoch Respekt vor den Kräften der Natur.

Unternehmer in der industriellen Revolution

Dieser Held macht sich die Welt zum Untertan. Er erobert durch ständige Innovation und Werbekampagnen einen scheinbar endlos wachsenden Markt.

Er zeigt gerne seinen eigenen Erfolg durch immer größere Statussymbole und Macht über Andere. Langfristig braucht er aber immer mehr, um sich selbst zu spüren. Um seinen angehäuften Besitz und sich selbst zu schützen, muss er sich immer mehr abgrenzen und damit selbst isolieren.

Naturverbundener Weltenbürger

Dieser Held engagiert sich als Mensch und Unternehmer für die Gemeinschaft und fühlt sich auf Augenhöhe mit seinen Mitmenschen.

Er kennt seine wahren Bedürfnisse und lebt ein gesundes und bewusstes Leben verbunden und im Einklang mit der Natur.

Magisch: Das "Warum" des Helden

Helden, die ihre eigenen Verletzungen und persönliche Motivation kennen, haben ganz andere Möglichkeiten, sichtbar zu werden und Menschen mit wenigen Sätzen zu überzeugen.

Persönliche Motivation

Mit einem konkreten "Warum?" wird die Geschichte des Protagonisten nachvollziehbar und spannend.

Verbindung durch echte Werte

Die Werte des Helden schaffen mit Details und Beispielen, dass wir uns mit ihm identifizieren können. Vertrauen und Nähe entsteht.

Lernen durch Überwindung von Herausforderungen

Denn wir alle wollen aus Erfahrungen lernen und wollen wissen, wie neue Herausforderungen überwunden werden können.

Klare Botschaften kommen an

Wenn wir eine Geschichte erzählen, hilft zur Priorisierung der Details eine klare Kernbotschaft. Der Zuhörer findet sich schneller in der Erzählung zurecht, wenn wir bereits vertraute Muster verwenden.

  • Übersetzung des Themas durch einfache Analogien
    (z. B. Greta Thunberg zum Klimawandel: "Das Haus brennt!")
  • Die Motivation der Personen oder des Unternehmens wird über Archetypen schnell erkennbar (z. B. "Die junge Rebellin strebt nach Veränderung")
  • Auswahl einer Grundstruktur der 7 Geschichtsmuster
    (z. B. "Kampf gegen das Monster" = Klimawandel)
  • Verdichtung der Kernbotschaft und betroffene Werte in einem Satz
    (z. B. "Die Politik muss jetzt handeln, um die unumkehrbaren Schäden des Klimawandels zu stoppen!")

Im Verlauf der Geschichten kann man dann natürlich wieder von diesen Erwartungen abweichen.

Goldgräber: Wie findet man Geschichten?


Neugierig sein und Vertrauen schaffen

Um wirklich starke und persönliche Geschichten zu finden, hilft es ungemein, wenn man Freude daran hat, neue Menschen kennenzulernen und ihnen wirklich zuzuhören.

Wirkliches Zuhören und Nachfragen

Dazu kommt die Bereitschaft dem Anderen in seine ganz eigene Welt zu folgen. Das verhindern wir selbst häufig durch vorgefertigte Meinungen und Bewertungen.

Wenn wir beginnen anderen Menschen bedingungslos zuzuhören, werden Geschichte lebendig und auch für Dritte nachvollziehbar.

Fragen zum Thema:

Der Begriff selbst wird für sehr unterschiedliche Themen verwendet. Storytelling kann z. B. für eine eindrucksvollere Präsentation von Daten, Präsentation von vorhandenen Geschichten, für das Marketing von Unternehmen und Produkten, für fiktionale Literatur und Drehbücher sowie für Reportagen und Social-Media eingesetzt werden.

Entsprechend unterschiedlich ist der Schwerpunkt des Lerninhalts.
Ich setze Storytelling ein, um die Werte und Visionen (Purpose) von kleinen und mittelständischen Unternehmen und NGOs über reale Geschichten herauszuarbeiten und sichtbar zu machen.
Wenn wir etwas von uns erzählen, betonen wir automatisch bestimmte Aspekte und vernachlässigen andere. Seinen Freunden schildert man ein Erlebnis anders, als seinen Kollegen oder gar seinen Eltern. Die Methoden des Storytellings helfen, dass du als Mensch sichtbar wirst und deine Botschaft gehört wird.

Kritisch wird es immer dann, wenn solche Methoden eingesetzt werden, um Geschichten zu erzählen, die keinerlei echten Kern haben und durch die vermeintlich glaubwürdige Darstellung nicht mehr rational hinterfragt werden (z. B. Verschwörungserzählungen).
In der Vergangenheit wurde die Methode massiv eingesetzt, um Menschen einzureden, dass genau dieses Produkt sie "sexy, begehrt und besonders " machen wird.

Kauf das richtige Streichfett, dann hast du eine intakte Familie (Rama), besorge dir das richtige Bier für eine echte Männerfreundschaften (Becks), Kauf Weingummi und deine Kinder werden glücklich (Haribo), Kauf ein neues Telefon und zeige Allen, dass du dir das leisten kannst und was ganz Besonderes bist (Apple). Die Werbebotschaft kam einseitig von Unternehmen zum Kunden und konnte deswegen selten geprüft oder öffentlich angeprangert werden.

Durch die heutigen Möglichkeiten des Dialogs und der Überprüfbarkeit von Werbeaussagen, wird der ehrliche Dialog auf Augenhöhe immer wichtiger werden. Hier kann man Storytelling nutzen, um mit seinen wirklichen Werten und Zielen glaubhaft sichtbar zu werden.
Durch die Überreizung der Zuschauer durch so viele Medienkanäle und Werbung, geht es im ersten Schritt darum, mit einer eingängigen und klaren Ansprache die Aufmerksamkeit zu bekommen. Danach bietet sich die Möglichkeit, das Thema mit zusätzlichen Aspekten und Details zu vertiefen.
Ich suche für mich selbst Alternativen zum neoliberalen System, das davon ausgeht, dass ewiges Wachstum möglich ist und Reichtum für Alle eigentlich möglich machen sollte. Ich wünsche gemeinsamen Austausch, wie neue Werte gefunden und über Geschichten vermittelt werden könnten. Im Workshop gibt es dazu keinerlei Vorgaben.

Zielgruppe sind Menschen, die sich persönlich für ein Thema engagieren möchten, und eine Form suchen um ihre Werte und Botschaften eingängiger zu vermitteln. Konkret möchte ich mit dem Angebot ökologisch orientierte Startups, NGOs, kleine und mittelständische Unternehmen, Berater, Vereine und Organisationen ansprechen. Gemeinsam sollte der Wunsch nach einer achtsamen Neuorientierung sein.


Wir lernen von den Besten!

Erprobte Methoden für deine magischen Geschichten

Werkzeuge und Methoden